ÖGB-Pfister: 2026 darf nicht das Jahr der Rekordspritpreise werden

ÖGB-Pfister: 2026 darf nicht das Jahr der Rekordspritpreise werden

Juni-Inflation sinkt leicht, Sozialtarif und Senkung der Energieabgabe wirken

Die Inflation geht leicht zurück – dazu haben auch Preiseingriffe wie der Sozialtarif bei Strom und die Reduktion der Energieabgaben beigetragen. Von einer Entlastung kann für viele Arbeitnehmer:innen aber noch keine Rede sein.

„Der Rückgang bei den Energiepreisen dämpft zwar vorerst die Teuerung, gleichzeitig bleiben Dienstleistungen ein starker Preistreiber“, sagt Angela Pfister Leiterin des Volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB. Die weiterhin hohe Kerninflation zeigt, dass der Preisdruck anhält – vor allem bei Wohnen, Mobilität und im Alltag. „Was noch nicht abgebildet ist, ist, dass die Spritpreise um 15 bis 20 Cent zuletzt gestiegen sind. Die stark gestiegenen Spritpreise belasten Arbeitnehmer:innen, Pendler:innen und Familien in ganz Österreich massiv. Für alle, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren können, braucht es dringend eine Entlastung“, so die Gewerkschafterin.

WIRKSAME EINGRIFFE STATT RESTLÖSUNG

Für den ÖGB ist klar: Die Margenregelung muss wieder voll wirksam gemacht werden. Der Nationalrat hat bereits im März 2026 eine gesetzliche Grundlage geschaffen, um bei außergewöhnlichen Preissteigerungen die Margen für Diesel und Benzin entlang der Wertschöpfungskette zu begrenzen.

„Es ist völlig unverständlich, wenn ein Instrument mit nachweisbarer Wirkung abgeschwächt wird, während die Preise wieder nach oben gehen. Was es jetzt braucht, ist keine Restlösung, sondern eine klare Nachschärfung mit wirksamer Margenregelung“, betont Pfister.

TRANSPARENZ FEHLT WEITER

Neben der Margenregelung braucht es aus Sicht des ÖGB auch volle Transparenz bei den Preisnotierungen. Das Zustandekommen der Großhandelspreise ist schlichtweg nicht nachvollziehbar. Daher sind eine genauere Prüfung und eine stärkere Regulierung der internationalen Preisnotierungen unverzüglich umzusetzen, so Pfister. Kritisch sieht der ÖGB zudem, dass die Ergebnisse der angekündigten Untersuchung zu den Spritpreisen weiterhin ausständig sind. „Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, warum Tanken so teuer ist und wer entlang der Kette an diesen Preissteigerungen verdient“, so Pfister abschließend.

DER ÖGB FORDERT:

* Sofortige Reaktivierung der wirksamen Margenregelung gegen überhöhte Spritpreise.
* Mehr Transparenz und strengere Regulierung bei den internationalen Preisnotierungen.
* Rasche Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung sowie die Veröffentlichung der ausstehenden Untersuchung zu den Spritpreisen.

Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.

ÖGB Kommunikation
Mag. Peter Leinfellner
Telefon: +436503636399
E-Mail: peter.leinfellner@oegb.at

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