PrEP darf kein Provisorium bleiben: Aids Hilfe Wien fordert langfristige Planungssicherheit in der HIV-Prävention
PrEP darf kein Provisorium bleiben: Aids Hilfe Wien fordert langfristige Planungssicherheit in der HIV-Prävention
45 Jahre nach den ersten Medienberichten über AIDS zeigt die aktuelle parlamentarische Debatte: Nachhaltige HIV-Prävention braucht langfristige Planungssicherheit.
Am 3. Juli 1981 erschien in der New York Times ein Artikel, der eine Reihe ungewöhnlicher und ähnlicher Krankheitsfälle bei Homosexuellen und damit – wie wir heute wissen – die ersten bekannten AIDS-Fälle beschrieb. Heute, 45 Jahre später, braucht es auch weiterhin nachhaltige Beschäftigung mit dem Thema HIV. Das zeigt auch die aktuelle Debatte Ende Juni im Gesundheitsausschuss des Nationalrats über die Zukunft der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) deutlich: Österreich braucht langfristige Planungssicherheit in der HIV-Prävention.
Derzeit besteht für die PrEP in Österreich eine befristete Kostenzuschussregelung bis Ende 2027. Gleichzeitig wird auf politischer Ebene bereits über eine dauerhafte Überführung in die Regelversorgung diskutiert.
„Die Einführung der PrEP-Rückerstattung war ein wichtiger und richtiger Schritt. Jetzt braucht es Klarheit, wie es danach weitergeht. HIV-Prävention braucht Verlässlichkeit – für Menschen, die PrEP bereits nutzen, aber auch für jene, die künftig davon profitieren könnten“_,_ betont die Vorsitzende der Aids Hilfe Wien, Dr.in Mirijam Hall. _„Unbedingt notwendig ist auch, dass künftig auch KFA-Versicherte die PrEP rückerstattet bekommen. Hier lassen wir nicht locker“. _
Die Aids Hilfe Wien begrüßt, dass das Thema nun auch parlamentarisch verstärkt diskutiert wird. Aus fachlicher Sicht sei klar: PrEP ist, neben dem Kondom, eines der wirksamsten Instrumente zur Vermeidung von HIV-Neuinfektionen und ein zentraler Bestandteil moderner HIV-Prävention.
Gleichzeitig zeige die tägliche Beratungspraxis, dass weiterhin Hürden bestehen – sei es durch fehlende Information, regionale Unterschiede im Zugang oder Unsicherheiten bei der Inanspruchnahme, so Hall.
Die Vorsitzende der Aids Hilfe Wien ergänzt: _„In der aktuellen politischen Diskussion wird oft argumentiert, Kondome seien ausreichend oder man müsse die Wirksamkeit der PrEP weiter evaluieren. Aus fachlicher Sicht greift das zu kurz. PrEP ist seit Jahren wissenschaftlich etabliert und ein zentraler Bestandteil moderner Kombinationsprävention. Sie ersetzt Kondome nicht, sondern ergänzt sie – und ist für manche Menschen der wirksamste Schutz vor HIV. Entscheidend ist heute nicht mehr, ob PrEP wirkt, sondern ob Menschen niederschwellig und langfristig Zugang dazu haben.“ _Und weiter: _„Prävention darf keine Postleitzahlenfrage und kein Provisorium bleiben. Wer HIV-Neuinfektionen nachhaltig reduzieren will, muss wirksame Präventionsinstrumente strukturell absichern.“_
Die jüngste Warnung von UNAIDS unterstreicht zusätzlich die Dringlichkeit nachhaltiger Präventionsstrategien. Laut UNAIDS ist die Zahl der Menschen, die in 62 berichtenden Ländern PrEP zumindest einmal im Jahr erhalten haben, zwischen 2024 und 2025 um 38 Prozent zurückgegangen. Das zeige, so Hall, wie fragil Fortschritte in der HIV-Prävention bleiben können und wie wichtig langfristige strukturelle Absicherung sei. Dr.in Hall betont, dass HIV-Prävention keine Übergangslösung sein dürfe, sondern ein langfristiger Auftrag im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Neben der langfristigen Absicherung der PrEP brauche es aus Sicht der Aids Hilfe Wien daher weiterhin den Ausbau von Testangeboten, den Abbau von Stigmatisierung sowie eine moderne, integrierte Versorgung im Bereich sexueller Gesundheit.
QUELLEN:
Parlament
UNAIDS
Aids Hilfe Wien
Juliana Metyko-Papousek, Bakk.phil.
Telefon: 0660 592 11 25
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