Tierleid in Traismauer: Grüne fordern sofortige behördliche Schließung des Skandalbetriebs

Tierleid in Traismauer: Grüne fordern sofortige behördliche Schließung des Skandalbetriebs

Grüner Tierschutzsprecher Dominic Hörlezeder: „Nach 13 Jahren Tierleid ist die Schließung die einzige verantwortbare Konsequenz.“

Die neuen Aufnahmen aus dem Mastbetrieb in Traismauer, die der Verein gegen Tierfabriken (VGT) diese Woche veröffentlicht hat, machen fassungslos: abgemagerte und verendete Tiere, entzündete Euter und Augen, Rinder, die in zentimeterhoher Gülle stehen. Es ist bereits das vierte Mal, dass man schwere Vorwürfe gegen denselben Betrieb erhebt – erstmals wurde er schon im Jahr 2013 angezeigt. Trotz Gerichtsverfahren, trotz eines im Mai 2023 ausgesprochenen Tierhaltungsverbots und trotz wiederholter behördlicher Kontrollen hat sich an der Situation der Tiere offenkundig nichts Wesentliches verbessert. Laut Tierschutzorganisation sollen allein zwischen April und August dieses Jahres 249 Tiere auf dem Hof verendet sein.

Für den Grünen Tierschutzsprecher im NÖ Landtag Dominic Hörlezeder ist damit eine rote Linie endgültig überschritten: „Dieser Betrieb steht seit 13 Jahren für Tierleid, Anzeigen und gebrochene Versprechen. Wenn selbst ein rechtskräftiges Tierhaltungsverbot offenbar ignoriert werden kann und weiterhin Tiere leiden und sterben, dann hat das System auf ganzer Linie versagt. Es gibt nur noch eine verantwortbare Konsequenz: Dieser Hof muss behördlich geschlossen und die Tiere müssen umgehend abgenommen werden. Jeder weitere Tag des Zuwartens bedeutet weiteres, vermeidbares Leid.“

Dominic Hörlezeder betont, dass der Fall Traismauer kein bedauerlicher Einzelfall ist, sondern ein strukturelles Problem sichtbar macht: „Die Bezirkshauptmannschaften sind mit den Tierschutzkontrollen personell schlicht überfordert. Amtstierärztinnen und Amtstierärzte arbeiten seit Jahren am Limit. Wenn Kontrollen nur sporadisch stattfinden können und Auflagen nicht konsequent nachverfolgt werden, dann entstehen genau jene blinden Flecken, in denen sich solche Skandale über Jahre hinweg fortsetzen können.“

Die Grünen fordern daher eine deutliche Personalaufstockung bei den Kontrolleinrichtungen der Bezirkshauptmannschaften, insbesondere im amtstierärztlichen Dienst. „Es braucht ausreichend geschultes Personal, das Betriebe regelmäßig, unangekündigt und engmaschig kontrollieren kann – und das die Kapazitäten hat, ausgesprochene Auflagen und Verbote auch tatsächlich zu überwachen. Ein Tierhaltungsverbot, dessen Einhaltung niemand überprüft, ist das Papier nicht wert, auf dem es steht“, so Dominic Hörlezeder.

Abschließend richtet Dominic Hörlezeder einen klaren Appell an die zuständigen Stellen der NÖ Landesregierung: „Nach Amstetten und nun erneut Traismauer kann niemand mehr behaupten, es handle sich um Ausreißer. Das Land Niederösterreich muss jetzt handeln: Der Betrieb in Traismauer gehört geschlossen, und die Kontrollbehörden müssen endlich so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgabe erfüllen können. Der Schutz der Tiere darf nicht an fehlenden Planstellen scheitern.“

Pressesprecher
Michael Pinnow

Grüner Klub im NÖ Landtag
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